Gemeinsam mit der Stadt Münster setzt sich die ISG Bahnhofsviertel e.V. für eine spürbare Aufwertung der Windthorststraße ein. Als zentraler Transitraum zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt soll dieser Bereich funktional neu geordnet werden, um die Aufenthaltsqualität und das Sicherheitsempfinden für alle Passanten nachhaltig zu steigern.
KURZÜBERBLICK
Vom 4. Mai bis zum 31. Juli 2026 wird ein Teilbereich der Windthorststraße durch gezielte Maßnahmen in ein „Stadtexperiment“ verwandelt. Die wichtigsten Ziele sind:
- Mehr Ordnung: Durch markierte Fahrradabstellzonen mit Bügeln schaffen wir freie Wege und eine bessere Sichtbarkeit der Ladenlokale.
- Höhere Aufenthaltsqualität: Neue „grüne Sitzinseln“ und umgesetzte Bänke laden zum Verweilen ein und sorgen für eine optische Aufwertung.
- Stärkung der Sicherheit: Eine klare Raumaufteilung und verbesserte Einsehbarkeit fördern das objektive und subjektive Sicherheitsgefühl.
- Gezielte Entschleunigung: Durch temporäre Stadtmöbel-Module wird der Straßenraum neu gegliedert, um Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern zu reduzieren.
Dieses Projekt ist eine kooperative Initiative der ISG, der Stadtverwaltung sowie der Polizei und des Zukunftsnetzes Mobilität NRW. Nach der dreimonatigen Testphase werden die Ergebnisse evaluiert, um erfolgreiche Maßnahmen dauerhaft im Stadtbild zu verankern.
Lesen Sie unten die detaillierten Maßnahmen und Hintergründe zu unserem Konzept.
AUSGANGSLAGE UND ZIELSETZUNG
Die Windthorststraße in Münster bildet den zentralen Transitraum zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt. Täglich passieren tausende Menschen diesen Bereich, ein Großteil davon zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Raum ist geprägt von intensiver Fahrradnutzung, zahlreichen Abstell-anlagen und einer allgemein hohen Aufenthalts- und Bewegungsdichte.
In der Vergangenheit wurde das Bahnhofsviertel in den Medien mehrfach negativ dargestellt, unter anderem durch Themen wie Drogenhandel oder erhöhte Polizeipräsenz. Gleichzeitig besteht ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement durch die ISG Bahnhofsviertel als lokale Quartiersgemeinschaft. Gemeinsam mit der Stadt, der Polizei und dem Ordnungsamt soll die Windthorststraße funktional besser geordnet und damit aufgewertet werden.
Die Zielsetzungen sind eine klare Strukturierung des Straßenraums, Förderung eines sicheren und attraktiven Mobilitätsumfeldes sowie Steigerung der Aufenthaltsqualität und des subjektiven Sicherheitsempfindens.
Aktuelle Situation in der Windthorststraße

Konfliktpotential in der vielschichtigen Nutzung des Straßenraumes durch KFZ-Verkehr (Anlieferung, Anwohner, Notdienste), hohe Radfahrerfrequenz und erheblichen Fußgängerverkehr
- Shared space ohne Nutzungszuordnung „Fahrrad–Fußgänger“ sorgt für Konflikte im Straßenraum
- Linearer breiter Straßenraum erzeugt Beschleunigung in der Passanten- und Radfahrbewegung


Hohe Vereinnahmung von Stadtraumflächen durch ungeordnet abgestellte Fahrräder
Mit Fahrrädern zugestellte Wegeverbindungen verhindern das Queren aus dem Straßenraum zu den Läden im Erdgeschoß


Bänke und Sitzmöglichkeiten an nicht gut belichteten und erreichbaren Straßenpositionen
- Ausgeweitete Warenauslagen und Werbemaßnahmen bis in den Straßenraum hinein
- Ungeordnete, dunkle und zugestellte Teilflächen im Stadtraum erzeugen Unsicherheit

ZIEL DES KONZEPTES
Die Aufwertung des Stadtraumes durch die Zonierung, Ordnung, Gestaltung und Begrünung auf einem Teilbereich der Windthorststraße als gefestigte Maßnahmen und in Teilen als temporäres Stadtexperiment sorgt für einen gestalteten Stadtraum mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen, einer guten funktionalen Gliederung, trägt zur Entschleunigung im Straßenraum bei und ist gleichzeitig eine gute qualitative Grundlage für einen wertigen Immobilien- und Handelsstandort.

LEITPRINZIPIEN
Ordnung schaffen – ohne Atmosphäre zu verlieren
Durch ergänzende Markierungen, definierte Abstellflächen, Umwidmung von PKW-Stellflächen zu Fahrradabstellflächen in der Achtermannstraße und Urbanstraße und geordnete Möblierung soll die Straße übersichtlich und intuitiv nutzbar werden.
Umfeld verbessern – Wahrnehmbarkeit für die Ladenlokale erhöhen
Durch die Ordnungs- und Gestaltungsmaßnahmen werden Zugänglichkeiten und Sichtbarkeiten der Erdgeschoss-Ladenlokale hergestellt und deutlich verbessert. Die optische und tatsächliche Verbindung zwischen Straßenraum und den Ladennutzungen verbessert das stadträumliche Umfeld.
Aufenthaltsqualität erhöhen
Grüne Sitzinseln und neu angeordnete Bänke schaffen Struktur und „durchbrechen“ das massive Fahrradabstellen.
Sicherheit stärken
Eine klarere Raumaufteilung und Ordnung unterstützen sowohl das objektive als auch subjektive Sicherheitsgefühl.
Kooperative Umsetzung
Die ISG Bahnhofsviertel, Stadtverwaltung, Polizei und Ordnungsamt arbeiten eng verzahnt, um die Neuordnung zu realisieren.
MASSNAHMEN
Geordnete Mobilität und klare Strukturen
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Schaffung geordneter und markierter Fahrradabstellzonen, die durch eine strukturierte Bügelanordnung ergänzt werden. Um eine einheitliche Optik zu gewährleisten, werden Quermarkierungen als klar erkennbare Stellflächen auf dem Boden angebracht. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Orientierung im Straßenraum zu verbessern und das sogenannte „Wildparken“ effektiv zu verhindern. Ein entscheidender Vorteil dieser Neuordnung ist, dass dadurch wieder freie Durchwegungen zu den anliegenden Geschäften ermöglicht werden.
Organisation der Sondernutzungsflächen
Um das Erscheinungsbild der Straße weiter zu professionalisieren, sieht das Konzept die Ausweisung von geordneten Sondernutzungsflächen vor. Diese Bereiche sind speziell für die Gastronomie sowie für die Warenauslage der Einzelhändler reserviert. Durch diese klare Zonierung wird sichergestellt, dass kommerzielle Nutzungen den Bewegungsfluss der Passanten nicht behindern und ein harmonisches Gesamtbild entsteht.
Optimierung der Sitzgelegenheiten
Ein weiterer Fokus liegt auf der Neuanordnung der Sitzmöblierung. Bestehende Bänke werden so umgesetzt, dass sie im Ensemble mit den Standorten der Bäume und Leuchten stehen. Ziel ist es, die Bänke so zu versetzen, dass sie nicht mehr in den direkten Bewegungsachsen der Fußgänger stehen, gleichzeitig aber gut einsehbar und ausreichend beleuchtet sind. Dies trägt maßgeblich dazu bei, die Aufenthaltsqualität zu steigern und gleichzeitig das Sicherheitsempfinden zu verbessern.
Das Stadtexperiment: Temporäre Module und Begrünung
Für einen Testzeitraum von drei Monaten kommen zudem temporäre Stadtmobiliar-Module zum Einsatz. Geplant ist die Gestaltung von zwei „grünen Sitzinseln“, die mit robusten Stauden und Kleinsträuchern bepflanzt sind und integrierte Sitzgelegenheiten bieten. Während auf der Nordseite ein Modul primär für Ordnung, Gestaltung und Begrünung sorgt, dient ein weiteres Modul auf der Südseite zusätzlich der Entschleunigung des Verkehrsraums. Um die Bürger aktiv in den Prozess einzubinden, wird eine Beteiligungsstele aus dem Stadtmobiliar-Baukasten aufgestellt, die sowohl der Information als auch der Evaluierung der Maßnahmen dient.
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